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Meine Reise durch Vietnam

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Der Grundgedanke lautete: den kalten Wintermonaten entkommen und Sonne tanken. Wenn möglich, mittels einem überschaubaren Budget. Nach dem Durchspielen vieler Szenarien und potentieller Destinationen, stiess ich zufällig auf einen günstigen Flug nach Ho Chi Minh City. Und da mir meine Schwester seit ihrer Reise nach Vietnam vor einigen Jahren mit Schwärmereien noch immer in den Ohren liegt, war der Fall klar: Wir fliegen in das südostasiatische Paradies!

Zugegeben, der Weg dorthin war alles andere als paradiesisch. Wer Geld sparen möchte, der fliegt eben gerne mal über Umwege ans Ziel. In unserem Fall lautete dies, ein Flug von Basel via Frankfurt und Peking nach Ho Chi Minh. Insgesamt eine Reisedauer von circa 33 Stunden! Verständlich, dass mein Freund und ich nach unserer Ankunft in der grössten Stadt Vietnams erstmal tot ins Bett fielen. Doch pünktlich zum Tagesanbruch waren wir bereit für unsere erste Sightseeing-Tour!

21’000 Schritte und noch kein Ende in Sicht

Ho Chi Minh City Blog

Nach einer eher unruhigen Nacht in unserem versteckten Hostel machten wir uns gestärkt nach einem kurzen Frühstück auf in die laute und auch etwas chaotische Stadt. Da unser Hostel, die Saigon Bed Station, mitten im Zentrum lag, konnten wir die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuss abklappern: den Ben Thanh Market mit seinen unzähligen Souvenirs und Lebensmitteln, die Notre Dame Kathedrale (ja, die gibt’s auch in Vietnam :D), den Mariamman Tempel, das Opernhaus und die vielen, hübsch hergerichteten Parks der Stadt. Scheinbar endlos erschienen uns die Strassen und Gassen der Stadt mit ihren hunderttausenden Motorrollern. Nie im Leben wäre ich hier selbst gefahren! Abends liessen wir uns es nicht entgehen und haben die Partymeile auf der Bui Vien Street besucht – zu vergleichen übrigens mit der Kao San Road in Bangkok.

Nach nur einer Nacht in Ho Chi Minh City sehnten wir uns nach ein wenig Ruhe und Natur. Zuvor hatten wir uns bereits über die verschiedenen Transportmöglichkeiten in Vietnam informiert. Für eine Rundreise empfehlen wir die Reise mit dem Bus. Diese sind mit grosszügigen Sitzliegen ausgestattet – perfekt also für lange Strecken und für Nickerchen während der Fahrt. Früh morgens machten wir uns folglich auf den Weg ins vier Stunden entfernte Mekong Delta.

Notre Dame Ho Chi Minh⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Bamboo Eco Village und der Floating Market

Gegen Mittag erreichten wir die schönste Unterkunft unserer gesamten Reise: das Bamboo Eco Village in Can Tho. Erbaut Ende 2019 schufen die Besitzer hier ein kleines, luxuriöses und nachhaltiges Paradies mit Bungalows, die komplett mit Bambus ausgestattet sind. Fahrräder stehen kostenlos zur Verfügung und so liessen wir uns es nicht nehmen, gleich am Nachmittag eine ausgedehnte Fahrradtour durch das Mekong Delta zu unternehmen. Beim Mekong Delta handelt es sich übrigens um die südlichste Region Vietnams, die, wie der Name es bereits vermuten lässt, vom Flussdelta des Mekong geprägt ist. Der Mekong mündet hier in einem Netz von Flussarmen, die durch einige Kanäle verbunden sind, in das Südchinesische Meer. Folglich verbrachten wir Stunden damit, an den unzähligen Flüssen vorbeizufahren. Besonders imposant dabei ist, dass sich das Leben der Einheimischen direkt vor deiner Nase abspielt und man so viele private Eindrücke sammelt.

Nach einem gemütlichen Abend mitsamt kleinem Kochkurs und einem üppigen Menü startete unser nächster Tag um 4 Uhr morgens. Denn dann beginnt im Mekong Delta die wichtigste Zeit des Tages: die Bewohner fahren mit ihren Booten zum Floating Market um Lebensmittel einzukaufen. Der Markt agiert als Dreh- und Angelpunkt des Mekong Deltas. Mit einem kleinen Motorboot erreichten wir den Markt um circa 6 Uhr morgens, passend zum Sonnenaufgang. Übrigens lernten wir in Vietnam so viele Lebensmittel kennen, die uns vorher fremd waren: Pomelo, Longan oder Sternapfel – um nur einige zu nennen. Für was Vietnam ebenfalls bekannt ist, sind die Reisnudel-Suppen – Pho Bo mit Rindfleisch oder Pho Ga mit Hühnchen. Und weil mein Freund und ich im Laufe unserer Reise grosse Fans von der Suppe wurden (nicht nur weil sie umgerechnet etwa 80 Rappen kosten), besuchten wir nach unserem Trip zum Floating Market auch noch eine Reisnudelfabrik.

Vietnam Travel Blog

Der Tag endete mit unserem Besuch im Tra Su Bird Santuary, also einem Naturschutzreservat für Vögel. Auch wenn der Park an sich wirklich idyllisch ist, so fanden wir den hohen Preis von knapp 50 Euro nicht ganz gerechtfertigt. Zumal wir auch nicht viele Vögel zu Gesicht bekamen.

Um unserem (zugegeben streng gesetzten Zeitplan) Folge zu leisten, brachen wir tags darauf zu unserem Highlight der Reise auf: zur Inselgruppe Con Dao. Nach einer turbulenten Überfahrt mit der Fähre, nach der beinahe alle Passagiere kreidebleich um die Nase waren (nein, ich übertreibe nicht. Nur ein Sturzflug im Helikopter hätte schlimmer sein können!… ok ich übertreibe), erreichten wir mit wackligen Beinen den Hafen von Con Dao.

 

Ein Schatz im Südchinesischen Meer

Meine Worte reichen leider nicht aus, um die Schönheit und die Einzigartigkeit dieser Insel festzuhalten. Con Dao liegt nicht, wie viele andere der vietnamesischen Inseln, die von der Mehrheit der Touristen angesteuert werden, im Golf von Thailand sondern im südchinesischen Meer. Dadurch unterscheidet sich Con Dao wesentlich von der populären Insel Phu Quoc, die derzeit von Touristen überlaufen und von Baustellen übersät ist (das sind die Meinungen, die wir aus unserem Umfeld und von Reisenden und Einheimischen gehört haben). Zwar mögen die Strände Phu Quocs malerischer sein, doch den Charme von Con Dao wird sie wohl kaum übertreffen. Neben einsamen Stränden, dem dichten, wilden und grossflächigem Nationalpark, der so gut wie die gesamte Insel einnimmt, versprüht auch der kleine Hauptort der Insel Leichtigkeit und exotisches Flair. Mit Motorrollern lässt sich die Insel zum grössten Teil erkunden. Wanderungen durch den Nationalpark erlauben das Erforschen des Dschungels. Neben einer Vielzahl an Echsen, Vögeln, Korallen und Fischarten, sind auch Affen in der freien Natur anzutreffen. Ebenfalls erwähnen muss ich die breite Palette an hervorragenden Restaurants wie das Infiniti Café oder die Bar 200. Insgesamt drei Tage verbrachten wir auf der Insel, es hätten aber auch problemlos einige Monate sein können. Nur schweren Herzens verabschiedeten wir uns mit der Fähre in Richtung Mui Né.

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Zwischen Dünen und Sandstränden

Sunset Vietnam Mui Ne

Mui Né gilt in Vietnam als echter Hotspot zum Kitesurfen. Die starken Winde erlauben es Kitern fast das ganze Jahr über ihren Extremsport an der Küste Mui Nés auszuführen. Wer es lieber gemütlich nehmen will, legt sich einfach an einen der oftmals kilometerlangen Sandstrände. Einzigartig in dieser Region sind ausserdem die Sanddünen, die sich als kleine Wüsten erstrecken. Zu erreichen sind diese am besten mit einem Guide. Angrenzend an die Wüsten befindet sich auch der Fairy Stream – ein Bach, der in einer traumhaften Bucht angesiedelt ist und zu Fuss zu durchqueren ist. Nach den ausgiebigen Tagen am Strand wollten mein Freund und ich nun endlich ein wenig Bergluft schnuppern. Also stiegen wir in den nächsten Bus, der uns in das vier Stunden entfernte Hochland von Da Lat bringen sollte.

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⠀⠀⠀⠀⠀Desert Mui Né⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Ein Panorama wie im Bilderbuch

Đà Lạt, die Hauptstadt der Provinz Lâm Đồng im Zentralhochland circa 1’500 m.ü.M, liegt inmitten eines Sees und ist von Hügeln, Kiefernwäldern, Seen und Wasserfällen umgeben und ist bekannt als die «Stadt des ewigen Frühlings». Nach den vergangenen Tagen in grosser Hitze bei knapp 30 Grad, erschien uns Da Lat als eine willkommene Abkühlung. Da Lat vereint sowohl Rummel als auch Ruhe: Im Ort selbst herrscht buntes Treiben aufgrund der vielen Hotels, Cafés und Restaurants (zu erwähnen ist hier vor allem das An Café, die Maze Bar und natürlich das weltberühmte Crazy House). Nachts gleicht es gar einem kleinen Las Vegas. Und doch ist man im nächsten Moment umgeben von Ruhe und weiter Berglandschaft. Da Lat hat mich wirklich begeistert! Um die Natur um uns herum noch besser und angenehmer zu erkunden, haben wir einen Tag auf dem Motorrad mit den Easy-Ridern verbracht – sozusagen private Guides, die dich mit ihren Motorrädern durch die Gegend fahren und so oftmals private Einblicke in die Region ermöglichen. Auf unserer Liste mit Sehenswürdigkeiten standen dabei der Tempel Trúc Lâm, der Elephant Waterfall sowie der Pongour Waterfall. Ausserdem besuchten wir eine Kaffeeplantage. Wusstet ihr, dass Vietnam nach Brasilien der zweitgrösste Kaffeeproduzent der Welt ist? Folglich liessen wir uns es nicht entgehen und probierten echten regional angebauten Kaffee.

Da Lat TempleWaterfall Da Lat Vietnam

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Nach Da Lat folgte die lange Busfahrt nach Hoi An. 15 Stunden insgesamt – puh! Aber zu unserer Überraschung fiel uns die Reise per Nachtbus ziemlich leicht. Nach einem mehr oder weniger erholsamen Schlaf erwachten wir früh morgens in der zum UNESCO Weltkulturerbe gehörenden Küstenstadt.

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Inmitten des bunten Lichtermeers

Nachdem wir unser hübsches Zimmer in der Green World Hoi An Villa bezogen hatten, stiegen wir auf unsere Fahrräder und erkundeten die Gegend, durchquerten die von Bauern bewirtschafteten Reissfelder und endeten schliesslich am An Bang Beach. Aufgrund des starken Windes haben wir dann aber bald wieder den Rückweg angetreten um uns in das Getümmel der Altstadt zu stürzen. Seit 1999 ist die Altstadt von Hoi An UNESCO Weltkulturerbe und wird seit dem restauriert. Dementsprechend beliebt ist die Altstadt und das macht sich bemerkbar: Touristengruppen so weit das Auge reicht. Und trotzdem: Die Schönheit Hoi Ans raubt einem den Atem. Vor allem nachts, wenn die abertausenden Lampions und Lichter der Stadt erstrahlen, versprüht Hoi An einen ganz besonderen Zauber. Auch in den vielen Boutiquen, Shops und dem Nachtmarkt lassen sich wahre Schätze finden. Selbst ich, die eigentlich selten Souvenirs mit nach Hause bringt, konnte nicht widerstehen: Taschen, Schmuck, Lampions und andere Accessoires – so einiges wanderte in meinen Reiserucksack als Erinnerungsstück in der Schweiz. Genau so wie die vielen Boutiquen, so reihen sich auch die Restaurants aneinander. Da fällt einem die Wahl wirklich nicht leicht. Und trotzdem war es meinem Freund und mir möglich, das beste Sushi der Welt zu entdecken im Mins Sushi.

Tags darauf buchten wir eine Tour zu eine der grossen Sehenswürdigkeiten des Landes: Das My Son Hindu Sanctuary, ein UNESCO-Weltkulturerbe, ist eine grossartige Probe der alten Champa-Zivilisation im südlichen Teil Vietnams. Die beeindruckenden Ruinen im Hindu-Stil bieten viele schöne Steinskulpturen, Tempel und Türme in tropischer Dschungelumgebung. Meiner Meinung nach ein Must-See, auch, wenn die Tempelstätte von Touristen teilweise völlig überlaufen war und das ständige Posieren der Besucher einem echt auf die Nerven ging… Nichtsdestotrotz würde ich diesen Ort immer wieder besuchen, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte.

 

My Son Vietnam

Vietnam Buffalo

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Die Kaiserstadt

Der letzte Stopp unserer Reise durch Vietnam war Hué. Die Kaiserstadt, die rund vier Stunden von Hoi An entfernt liegt. Eine Hauptattraktion ist die riesige Zitadelle Đại Nội aus dem 19. Jahrhundert, die von einem Wassergraben und dicken Steinmauern umgeben ist. Es umfasst die Kaiserstadt mit Palästen und Schreinen und die Verbotene Lila Stadt, die einst das Zuhause des Kaisers war. In rund vier Stunden kann man die gesamte Anlage einmal zu Fuss durchqueren. Ansonsten hat Hué nicht besonders viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, das kleine Zentrum der Stadt versüsst trotzdem durch die vielen niedlichen Restaurants und Cafés den Aufenthalt.

Hue Vietnam Sightseeing⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Nach knappen drei Wochen Vietnam stand nun der Rückflug in die Schweiz an. Und da waren wir also, in Hué. Knapp 1000 Kilometer entfernt von unserem Abflugsort Ho Chi Minh. Was also tun? Wir schnappten uns den letzten Flieger an dem klitzekleinen Flughafen in Hué, der uns unseren Anschlussflug in Ho Chi Minh garantierte und uns umgerechnet etwa 30 Franken kostete. Definitiv eine Sache, die ich unterschätzt habe: Vietnam ist ein riesiges Land und die Strecken zwischen den grossen Städten sind oftmals länger, als es im ersten Moment erscheint.

Rückblicken war ich zudem überrascht, dass während unserer gesamten Reise keine grossen Komplikationen auftauchten: weder beim Transport (ausgenommen einer Fähre, die spontan ausgefallen war und wir per Bus einen Umweg machen mussten), noch beim Essen (wir hatten nie Magenprobleme oder ähnliches) oder mit den Einheimischen (Vietnamesen sind ein äusserst höfliches und zuvorkommendes Volk). Auf meinem Instagram-Pofil könnt ihr euch übrigens die Highlights meiner Reise anschauen 🙂 So schwelgen mein Freund und ich noch heute in den unzählig schönen Erinnerungen, die uns hoffentlich noch eine Weile durch den kalten Winter begleiten.

in Liebe
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